Sonntag, 23. April 2017

SEINSORIENTIERTE KÖRPERTHERAPIE (169): Charakter und Energie

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Eine ausgeprägte und differenzierte Wahrnehmung nach innen findet sich u. a. bei oralen Prägungen, bei denen oftmals ein umfänglicher Empfindungs- und Gefühlsreichtum erkennbar ist. In diesem Zusammenhang spricht man gern von »sensiblen« Menschen, was ja nichts anderes bedeutet, als dass diese über hohe Empfindungs-, aber auch Empfindlichkeitspotentiale verfügen. Bei künstlerisch oder musisch veranlagten Menschen können wir von einer ausgeprägten Empfindsamkeit in der Innenwahrnehmung ausgehen, was darauf hindeutet, dass diese orale Anteile in ihrer Persönlichkeitsstruktur besitzen.

In all diesen Fällen bestehen im Kern positive Voraussetzungen für eine körpertherapeutische Transformation der Selbstbeziehung. Ein typisches Abwehrmuster lässt sich auf der kognitiven Ebene beobachten. Bei oralen oder oral geprägten Persönlichkeiten findet sich häufig die Neigung zu einer starken Kontrolle und Selbstkontrolle durch den Ego-Verstand. Er repräsentiert, genährt durch ein tiefes Misstrauen im Verhältnis zu den eigenen Bedürfnissen und einer trotzigen Grundhaltung gegenüber der Welt, die zentrale Abwehrbastion dieser Persönlichkeitsstruktur. Unser Augenmerk liegt hier auf der liebevollen und geduldigen Integration der innerseelischen Wirklichkeit und Abwehrmuster in die Selbstwahrnehmung.

Auf der anderen Seite des Spektrums finden sich Persönlichkeiten, die dazu neigen, vor der Wahrnehmung ihrer Empfindungen und Gefühle zu flüchten. Dieses Muster lässt sich insbesondere bei Klienten mit hysterischen Anteilen beobachten. Die Disbalance zwischen Empfindung und Gefühl auf der einen Seite und dem emotionalen Selbst-Ausdruck auf der anderen Seite zeigt sich hier im Übergewicht des emotionalen Selbstausdrucks (dem »Drama«). Das »hysterische Drama« deuten wir funktionell als Vermeidung des Fühlens nach innen und als Mangel an der Fähigkeit, Erregung auf einem bestimmten Niveau zu halten.

Da wir bei hysterischen Prozessen, energetisch betrachtet, mit einem Zustand chronischer Übererregung zu tun haben, besteht die erste Aufgabe darin, den Organismus darin zu unterstützen, in einen Zustand von Entregung und Ruhe zu kommen. Deshalb ist eine kathartische Entladungsarbeit durchaus indiziert, bevor die eigentliche Körperarbeit mit der Empfindungs- und Gefühlsebene beginnt. Ein hysterischer Klient wäre viel zu zappelig und unruhig, würde man ohne diesen Umweg der Entladungsarbeit mit ihm sofort auf der Entregungsebene arbeiten.

(Fortsetzung folgt)

Mittwoch, 19. April 2017

SEINSORIENTIERTE KÖRPERTHERAPIE (168): Mütterlicher Halt in der Prozessphase


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Allgemein gesprochen, beziehen sich die mütterlichen Halterfahrungen auf die Vorderseite des Körpers. Sie stehen für physisch-energetische (Ver-)Bindungserfahrungen.

Darüber hinaus stellen all jene Interventionen, welche sich auf die Entpanzerung des Herzsegments und die Herstellung der Hingabehaltung auswirken, Wegbereiter für die energetisch-feinstoffliche Reintegration dieser mütterlichen Halterfahrungen dar. Auf diesem Weg entwickeln sich die Bindungspotentiale in mehrfacher Hinsicht:

•    Bindung nach innen (Selbstbeziehung)
•    Bindung nach außen (Objektbeziehung)
•    Reintegration und Verbindung der energetischen Kontaktzentren zum Herzen (als »energetische Kontaktzentren« bezeichne ich all jene Funktionen unseres Organismus, die dazu dienen, mit der Außenwelt, insbesondere anderen Menschen, in Kontakt zu treten. Dies sind im einzelnen: die Augen und das Gehirn, die Arme und Hände, der Mund und die Stimme sowie die Genitalien).
Die okulare Verbindung bedeutet: Mit dem Herzen sehen / denken;
Die orale Verbindung bedeutet: aus dem Herzen kommunizieren / mit dem Herzen hören;
Die genitale Verbindung bedeutet: aus dem Herzen heraus und mit dem Herzen sexuell lieben.

Entsprechend beziehen sich unsere therapeutischen Interventionen während der Prozessphase auf diese 3 Funktionsbereiche. Sie umfassen sowohl die energetische als auch auf die kognitive Ebene.

Der Begriff des mütterlichen Halts verweist auf zwei Aspekte:
•    Auf die reale körperlich-energetische Erfahrung des Gehaltenwerdens durch den Therapeuten.
•    Auf die therapeutische Grundhaltung einer umfänglichen Präsenz und Bejahung, die es dem Klienten ermöglicht, seine authentischen energetischen, gefühlsmäßigen und instinktiven Funktionen zu entdecken und in seine Persönlichkeit zu integrieren.

Betrachten wir zunächst die Bindung nach innen (Selbstbeziehung). Es ist naheliegend, dass der Fokus in diesem Bereich auf die Wahrnehmung des Klienten nach innen gerichtet ist, also auf seine Empfindungs- und Gefühlsebene.
Körpertherapeutisch betrachtet fokussieren sich die Interventionen auf die Selbstwahrnehmung, auf das Spüren und Hineinfühlen in körperlich-energetische Vorgänge und ihre Integration.

Es gibt Klienten, die bereits über eine ausgeprägte und differenzierte Wahrnehmung nach innen verfügen. Andererseits treffen wir auf Klienten, die sich damit schwertun. Hier empfehlen sich unterschiedliche Herangehensweisen.

(Fortsetzung folgt)

Montag, 17. April 2017

SEINSORIENTIERTE KÖRPERTHERAPIE (167): Der authentische Halt

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Die moderne Säuglings- und Bindungsforschung hat unser Bild vom Baby bereits radikal korrigiert.

All die Theorien wie die einer sog. »autistischen« oder »symbiotischen« Phase, wie sie z. B. die Kinderärztin und Psychoanalytikerin Margret Mahler als anerkannte Lehrmeinung bis in die 80er Jahre vertreten konnte, haben sich im Lichte der modernen Säuglingsforschung als fragwürdig erwiesen.

Das Baby ist von Geburt mit sozialen Kompetenzen ausgestattet, zeigt sich von Anfang an lebendig und der Welt zugewandt, also alles andere als autistisch. Autistisch wirkt es vielleicht, wenn es durch eine invasive klinische Geburt über die Plazenta soviel Medikamente in seinen Organismus hineingepumpt bekommen hat, dass es tagelang nur halb betäubt vor sich hindösen kann.

Nach meinen Beobachtungen dürfte das Baby auf der feinstofflichen Ebene, also für das, was sich energetisch und auf der Ebene der Herzcode-Informationen und deren Wechselwirkungen abspielt (siehe hierzu meine Ausführungen über die Theorie der seinsorientierten Körpertherapie) weitaus sensitiver sein, als man es sich gemeinhin vorstellt.

Ein Baby nimmt sehr wohl intuitiv wahr, ob sich ihm jemand aus den Konzeptionen des Kopfes, mit geteilter Aufmerksamkeit oder nur aus lästigem Pflichtgefühl heraus zuwendet und oder in den Armen hält. Es fühlt sich entsprechend irritiert und vom Kontakt abgeschnitten, getrennt. Ein Urschmerz, der verdrängt werden muss, nicht still, nicht ohne Protest. Wenn jedoch die authentische Natur des Neugeborenen weithin ohne Resonanz bleibt, dann öffnet sich kein anderer Weg als das Gegebene anzunehmen als eine Realität, die zwar meilenweit von seinen Bedürfnissen entfernt ist, aber in der Regel zum Überleben ausreicht.

Auf diesem Hintergrund bildet die energetische Haltearbeit der seinsorientierten Körpertherapie eine authentische Halterfahrung nach. Eine Halterfahrung, die nicht von den Konzepten des Verstands, von Pflichtgefühl und Stress bestimmt ist, sondern von der liebevollen Grundhaltung eines Einfach-Nur-Da-und-Miteinander-Seins. Sie repräsentiert die Essenz einer bejahenden Resonanz auf die wahre Natur des Neugeborenen. Ein Kreis schließt sich, auch noch Jahrzehnte später, der weitgehende Veränderungen in der Selbstbeziehung und damit auch in den Objektbeziehungen des Klienten nach sich ziehen kann.

Energetische Haltearbeit setzt voraus, dass der seinsorientierte Körpertherapeut dem Energiefeld seines Herzens verbunden ist und sich aus diesem heraus dem Hier und Jetzt öffnen kann. Energetisch spielen das Kronenchakra als Verbindung zur kosmischen Lebensenergie und der Energiefluss vom Herzen zu den haltenden Händen eine »tragende« Rolle.

Ohne Frage stellt die Prozessphase den umfassendsten Abschnitt im Gesamtprozess dar. Ich will zunächst einige Grundmuster unserer Herangehensweise auf organismischer Ebene darzustellen, wobei der Fokus hier auf den Prinzipien des mütterlichen Halts liegt.

(Fortsetzung folgt)

Freitag, 14. April 2017

SEINSORIENTIERTE KÖRPERTHERAPIE (165): Der Mythos von der Schmerzunempfindlichkeit des Neugeborenen

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Wir sollten unser Bild über die vorgeburtliche Lebensphase und ebenso über das Baby revidieren. Der Mensch in den ersten Schritten seiner Entwicklung dürfte um Lichtjahre empfindsamer, feinstofflicher und zartfühlender sein, als diese Kultur es erahnt. Diese Aussage gilt nicht nur auf der rein physiologischen Ebene, sondern vor allem auf der energetisch-feinstofflichen.

Zunächst ein Beispiel aus dem Bereich der Physiologie: Bis in die 80er Jahre ging man in der Schulmedizin davon aus, dass Früh- und Neugeborene über eine herabgesetzte Schmerzempfindlichkeit verfügen. Deshalb war es bis zu diesem Zeitpunkt üblich, Säuglinge ohne jede Betäubung zu operieren.

Spätere Studien Ende der 80er Jahre korrigierten diese Auffassung dahingehend, dass man die Schmerzempfindlichkeit von Kleinstkindern gleichsetzte mit derjenigen von Erwachsenen. Moderne Studien deuten darauf hin, dass diese bei Früh- und Neugeborenen sogar höher ist als die von Erwachsenen. Ja, sie wird heute als Weichenstellung für die pathologischen Schmerzmuster des Erwachsenenalters angesehen.

Hier wird u. a. deutlich:

•    Einerseits stellt es keinen Einzelfall dar, dass die Medizin innerhalb von 30 Jahren exakt das Gegenteil dessen vertritt, was sie vorher als »wissenschaftliche« Tatsache verkündete.
•    Andererseits zeigt dieses Beispiel, wie die Aneignung von Wirklichkeit, auch in der Wissenschaft, oftmals erfolgt: über die Analyse und Kategorisierungen des Gehirns.
•    Daraus ergeben sich Fragen: Wie sieht ein Mediziner mit seinem dezidierten Wissen über Physiologie? Was nimmt er wahr? Was nicht?

In der Regel sieht der medizinische Forscher die Welt innerhalb des Terrains des aktuellen wissenschaftlichen Diskurses. Empirie her, Empirie hin, der Betrachter selbst ist auch Teil derselben, wie es zumindest die Quantenphysik inzwischen erkannt hat. Die Welt ist, zu Ende gedacht, durchaus auch eine Konstruktion aus Weltbildern, die im Auge des Betrachters liegen.

Zurück zu unserem Beispiel: Würde der Forscher das Kleinstkind mit seinen intuitiven seelischen Ressourcen statt mit seinem analytischen Verstand wahr nehmen, könnte er eines unschwer erkennen: Dass das Zusammenziehen der Augenbrauen, die zusammengepressten Lider, das Verkrampfen der Muskulatur des ganzen kleinen Körpers, das zitternde Kinn und schließlich das laute Weinen des Neugeborenen einen deutlichen, klaren und unmissverständlichen Ausdruck von Schmerz darstellen.

Jenseits aller physiologischen Lehrbücher über das unterentwickelte Nervensystem bei Säuglingen: Es ist das Herz des Menschen, das die Wahrheit eindeutig erkannt hätte.

(Fortsetzung folgt)

Montag, 10. April 2017

SEINSORIENTIERTE KÖRPERTHERAPIE (164): Der "väterliche Rückhalt des Herzens"

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Der väterliche »Rückhalt des Herzens« ermöglicht in gezielter Weise Halterfahrung auf der Rückseite des Körpers in Herzhöhe. Sie wird in der Regel frühestens am Ende der Einleitungsphase und im späteren Verlauf angewendet.

Allein deshalb, weil die Berührung des Herzens, und sei es auch nur auf der Rückseite des Körpers, als eine äußerst intime Angelegenheit wahrgenommen werden und unterschiedliche Reaktionsmuster auslösen kann. Ein sicheres Arbeitsbündnis und eine haltgebende Beziehung sind Voraussetzung derartiger Interventionen und Erfahrungsangebote.

In der Praxis werden beide Hände auf dem Rücken in Herzhöhe nebeneinander platziert und geben dabei im o. a. Sinne festen und beständigen Halt. Häufig ist zu beobachten, dass gerade Klienten, die im Herzen deutliche Blockierungen ihrer Persönlichkeitsstruktur aufweisen, ein distanziertes und kontrollierendes Verhältnis zu ihren Herzgefühlen zeigen, im Rücken rigide Muskelspannungen und Muskelschichtungen in Herzhöhe aufweisen.

Der väterliche Rückhalt des Herzens ermöglicht ein allmähliches Schmelzen dieser muskulären Rigiditäten, die am Ende in spürbare muskuläre und energetische Resonanz und Pulsation übergehen. Gleichzeitig wird ein vertiefter Kontakt zur Stimme des Herzens möglich und damit eine Reintegration des Herzens auf seelischer Ebene. Die Erfahrungen des väterlichen Rückhalts des Herzens lassen sich als eine »schmelzende« Erfahrung zusammenfassen, die gerade auch für männliche Klienten von fundamentaler Bedeutung ist, um sich den eigenen weichen und zärtlichen Gefühlen zu öffnen. Symbolisch-energetisch repräsentiert sie die Erlaubnis des Vaters, weich sein zu dürfen und solche Gefühlen zuzulassen.

Der väterliche Rückhalt des Herzens konterkariert damit die patriarchalische Tendenz, dass in den männlichen Nachkommen nur die groben, aggressiven und nach außen gerichteten Seiten des Seelenlebens unterstützt und gefördert werden und alles andere als »Weiberkram« verachtet wird. 
In der Anwendung des väterlichen Rückhalts des Herzens treten in einer tieferen Schicht Sehnsüchte und Impulse nach liebender Umarmung des symbolischen Vaters auf. Sie initiieren den Herzkontakt auf der Vorderseite des Körpers, der vor allem in der Endphase des Transformationsprozesses von großer Bedeutung wird.

Wenn ich diese beiden Übungen oben als beispielhaft für die Einleitungsphase erörtere, dann möchte ich hinzufügen, dass sie damit nicht in der Versenkung verschwinden. Sowohl der polarisierende Rückhalt als auch der väterliche Rückhalt des Herzens sollten im Verlaufe des Prozesses immer wieder eingesetzt werden. Dies sehen wir in Zusammenhang damit, welche therapeutischen Themen jeweils im Vordergrund stehen.

Die Anwendung verschiedener Ansätze väterlicher Haltangebote in der Einleitungsphase bietet nach meinen Erfahrungen folgende Vorteile:

•    Es handelt sich um Körperkontaktangebote, die nah, aber nicht überwältigend intim im körperlichen und seelischen Sinne sind.
•    Selbst, Autonomie und Selbstregulation des Klienten im Transformationsprozess werden symbolisch und energetisch im Sinne einer haltgebenden Beziehung gestärkt.
•    Väterliche Halterfahrungen sind Beziehungsarbeit auf der körpertherapeutisch-symbolischen
Ebene und stärken die positiv-aggressiven Ausdrucksmöglichkeiten des Klienten innerhalb seiner Beziehung zum Therapeuten und ermutigen ihn zu sich selbst und seiner Wahrheit auch im therapeutischen Prozess zu stehen.

(Fortsetzung folgt)

Samstag, 8. April 2017

SEINSORIENTIERTE KÖRPERTHERAPIE (163): Der "polarisierende väterliche Rückhalt"

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Ein wesentliches Merkmal all dieser Interventionen der seinsorientierten Körpertherapie, die hier vorgestellt werden, liegt im Zeitfaktor. Die Berührungen, die hier beschrieben werden, unterscheiden sich von den traditionellen körpertherapeutischen Interventionen dadurch, dass sie lange andauern können und damit ihre Qualität grundlegend verändern.

Was zuvor als »intentionale Berührung« wahrgenommen wird, die nur ein paar Sekunden braucht, erhält eine völlig andere Qualität, wenn sie viele Minuten andauert: Dann nennen wir diese Berührung »Halt« und die damit verbundene Erfahrung die »seinsorientierte Halterfahrung«.

Kommen wir auf nun auf weitere Varianten des väterlichen Halts in der Einleitungsphase zu sprechen, die in der Regel dem Spektrum der Entregungsarbeit angehören. Es gibt einige Spielarten, um die Hände beim väterlichen Halt im Rücken zu platzieren. Zwei will ich hier exemplarisch erläutern: den »polarisierende Rückhalt« und den »Rückhalt des Herzens«.

Beim polarisierenden Rückhalt geben die Hände Halt am unteren und oberen Ende der Wirbelsäule. Diese Variante väterlichen Halts ermöglicht eine Polarisierung der Energieströme in den langen Rückmuskeln. Sie unterstützt die Reorganisierung der autonomen Pulsationen der Kundalini-Energie. Die Kundalini-Energie repräsentiert jene aus dem Becken nach oben aufsteigenden Energieströme, deren dynamische Qualität auch als »Schlangenenergie« wahrgenommen werden kann. Auch der von Reich entdeckte »Orgasmusreflex« basiert energetisch auf diesem fundamentalen Energiefluss.

Gleichzeitig bietet der polarisierende Rückhalt eine umfassende väterliche Halterfahrung des Rückens. Er symbolisiert die Unterstützung des väterlichen Prinzips für Rückhalt und Autonomie, aber auch für die sexuelle Autonomie des Kindes. Er repräsentiert somit die Sexualität und sexuelle Autonomie bejahende und fördernde väterliche Prinzip.

Bei wiederholtem Einsatz des polarisierenden Rückhalts werden typischerweise zwei Reaktionsmuster der Des- und Reorganisierung des Rückenpanzers sichtbar:

•    Deutliche motorische Impulse (Wegdrücken, Gegendrücken, schlängelnde Bewegungen der Wirbelsäule).
•    Spürbare Veränderungen des Muskeltonus in den Rückenmuskeln, d. h. eine deutlich zunehmende muskuläre Pulsationsfähigkeit.

(Fortsetzung folgt)

Dienstag, 4. April 2017

SEINSORIENTIERTE KÖRPERTHERAPIE (162): Basisübung väterlicher Halt

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 Eine der grundlegenden Übungen väterlicher Halterfahrung besteht darin, dass der Klient seitlich auf der Matte liegt, in geöffneter Embryo- oder Einschlafhaltung. Der Therapeut platziert sich dahinter und hält mit beiden Händen über längere Zeit den Rücken seines Klienten. Dabei wird eingangs mit dem Klienten erörtert, wie intensiv der Berührungsdruck sein muss, um organismisch von diesem als Halt wahrgenommen zu werden.

Soweit dies noch nicht geschehen ist, wird er mit der »seinsorientierten Grundregel« vertraut gemacht, alles zuzulassen, was der Körper an Reaktionen zeitigt. Dazu zählen alle Impulse von Bewegungsausdruck und emotionalem Selbstausdruck, aber auch jene, in Trancezustände oder das Gefühl »gleich einzuschlafen«.

Der Klient wird auch darüber aufgeklärt, dass Trancezustände auf Therapeutenseite eintreten können und dass die Tiefentrance in (Ver)Bindung ein wichtiges Element des Transformationsprozesses darstellt. Wesentlich ist es, mit dem zu gehen, was als authentischer Impuls in der Körperseele seinen Ausdruck finden will.

Für die Arbeit mit Erregungsprozessen, also die karthartisch-entladende Körpertherapie, ist eine stabile und kräftige Schaumstoffmatratze erforderlich. Sie liegt auf dem Boden und ermöglicht, dass der Klient mit ganzer Kraft darauf schlagen und treten kann, ohne dass es dabei zu Verletzungen kommt. Auch sollte die Unterlage breit genug sein, so dass Bewegungsimpulse nicht durch eine zu schmale Matratze eingeschränkt werden.

Für die Arbeit mit den Entregungsprozessen ist es essentiell, dass Klient und Therapeut eine entspannte Körperhaltung finden, was vor allem dann nicht leicht ist, wenn noch wenig Erfahrung auf diesem Gebiet vorliegt. Häufig ist es hilfreich, dem Klienten ein kleines Kissen anzubieten, auf das er seinen Kopf ablegt, um eine entspannte Haltung in der Seitenlage zu unterstützen. Ich selbst benutze in der Regel einige große Kissen, um mich darauf gut und entspannt abzulegen. Wir sollten uns vor Augen führen, dass es bei dieser Entregungsarbeit zu längeren Phasen kommen kann, in denen keine oder wenig Bewegung stattfindet.

(Fortsetzung folgt)

Sonntag, 2. April 2017

SEINSORIENTIERTE KÖRPERTHERAPIE (161): Väterlicher Halt und der Rücken

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Für die kathartische Arbeit bilden die von Reich und seinen Nachfolgern entwickelten dynamischen Körpertherapien ein wichtiges Fundament. Dazu zählen wir die Arbeit an der segmentalen Struktur der Panzerung, den Atemmustern und -blockierungen und dem Charakter- und Körperpanzer in der Tradition Wilhelm Reichs.

Bei Klienten, die von ihren Persönlichkeitsmustern eher den prägenitalen Charakteren(also die okularen, oralen und analen Charaktertypen) und dem energetisch unterladenen Typus zugeordnet werden, kann die seinsorientierte Haltearbeit bereits in der Frühphase des Prozesses eingesetzt werden. Voraussetzung bildet hier, dass keine Kontraindikation für körperliche Berührung besteht (was v. a. auf Fälle sexuellen Missbrauchs zutrifft) und ausreichende positive Übertragungspotentiale existieren.

In diesem Fall bietet sich eine Herangehensweise mit Erfahrungsangeboten des väterlichen Halts an. Bevor wir uns diesem Thema zuwenden, will ich es nicht versäumen, ausdrücklich zu betonen, wie wichtig eine sorgfältige Diagnose als Voraussetzung dafür ist, mit der angemessenen Herangehensweise den Prozess des Klienten zu begleiten. Ein chronisch übererregter hysterischer Charakter wird nicht in der Lage sein, ohne den Umweg einer karthatischen Entladungsarbeit den Weg zur Tiefentrance zu beschreiten. Für Klienten mit sexueller Missbrauchsgeschichte oder Persönlichkeitsstörungen kann eine zu früh einsetzende Körper- und Berührungsarbeit kontraindiziert sein usw.

Hier soll es darum gehen, den Einsatz des väterlichen Halts in der seinsorientierten Praxis zu erläutern.

Körpertherapeutische Interventionen väterlichen Halts sind mit dem Rücken des Klienten verknüpft. Dieser ist, im Gegensatz zur Vorderseite des Körpers, ein häufig vernachlässigter Bereich in vielen Richtungen von Körpertherapie, aber dennoch von immenser Bedeutung.

Der Rücken ist nicht nur der Ort von „Zu-Rückhaltung“, also derjenigen Impulse, die persönlichkeitsspezifisch zurückgehalten werden, sondern ebenso das Zentrum vorhandenen oder nicht vorhandenen „Rückhalts“ in sich selbst und damit das Terrain des Väterlichen.

Rückhalt in diesem Sinne beinhaltet die freie Beweglichkeit nach vorn, hin zur Welt, im Zustand von Halt, dem Gefühl des Gehaltenseins und der Sicherheit hinter sich. Rückhalt berührt also das Prinzip von Autonomie bei gleichzeitiger Bindung.

(Fortsetzung folgt)

Freitag, 31. März 2017

SEINSORIENTIERTE KÖRPERTHERAPIE (160): Die Einleitungsphase und der väterliche Halt

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In Gesamtprozess der seinsorientierten Körpertherapie erfahren Körper und Seele des Menschen Ausweitungen innerer Heimat und Friedens, von Stille, Geborgenheit und Zentrierung, letztlich die Essenz eines lebendigen Selbst- und Körperkontakts.

Die wenigsten Menschen sind gleich in der Lage, mit der Ruhe und der Stille in sich in Verbindung zu treten. Unruhe, Hektik, Aggressivität, Übererregung, zwanghaftes Denken, also eine deutliche Überladung des Kopfes sowie eine chronische Anspannung des gesamten Organismus beschreiben jene typischen energetischen Muster, die ins Auge springen, wenn Klienten zum ersten Male auf der Matte liegen.

Von konkreten Charaktertypen, wie z. B. der hysterischen oder phallischen Persönlichkeit, darf nicht erwartet werden, dass diese am Anfang eines körpertherapeutischen Prozesses überhaupt in der Lage sind, ohne Hilfe in einen Zustand von Ruhe und Entspannung zu treten. Ihre chronische Überladung macht es ihnen schwer bis unmöglich, in einen parasympathischen Status zu wechseln. In extremen Formen gewinnt man den Eindruck,  dass ihr gesamtes System darauf ausgerichtet ist, der Erfahrung von Ruhe und Stille zu entfliehen.

Bei diesen und anderen Indikationen greift der seinsorientierte Körpertherapeut deshalb auf das Repertoire des klassischen »Bodyworkers« zurück. Der Körper- und Charakterpanzer wird hier direkt bearbeitet, um die hohe Anspannung und Übererregung der Körperseele zu entladen und schließlich erste punktuelle Erfahrungen von Entspannung zu ermöglichen.

In diesem Fall empfehlen sich Interventionsmethoden der Vegeto- und Orgontherapie und der darauf basierenden neoreichianischen Richtungen. Mithilfe von Entladungstechniken werden die Voraussetzungen für Erfahrungen auf der Seinsebene geschaffen.

So wie es für Menschen des westlichen Kulturkreises des Umwegs über eine kathartische Bewegungsmeditation (z. B der »Dynamischen Meditation« nach Osho) bedarf, um zur Stille einer Sitz-Meditation zu finden, so führt für den seinsorientierte Körpertherapeuten der Weg über die klassischen reichianisch-kathartischen Methoden zu den Erfahrungswelten von Entregung, Halt, Ruhe, tiefer Entspannung und Trance.

(Fortsetzung folgt)

Sonntag, 26. März 2017

SEINSORIENTIERTE KÖRPERTHERAPIE (159): Die Wechselwirkung des mütterlichen und väterlichen Prinzips im Transformationsprozess

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Grundsätzlich liegt es nahe, dass beides, das mütterliche und das väterliche Prinzip, wesentliche Elemente des gesamten Prozesses darstellen. Entsprechend den menschlichen Entwicklungsphasen von der Empfängnis bis hin zum Erwachsenenalter dominieren entweder das mütterliche oder das väterliche Element in der jeweiligen Phase.

Lassen Sie uns das an einem Beispiel konkretisieren: In der pränatalen Phase und im ersten Lebensjahr repräsentiert die Mutter das dominierende Bindungsobjekt des Kindes. Wenn wir therapeutisch mit den Themen dieser Entwicklungsphase zu tun haben, treten wir demnach in einer mütterlichen Grundhaltung, sowie mit mütterlichen Bindungsangeboten und Interventionsmethoden in Beziehung zu unseren Klienten. Energetischer Kontakt,  Bindungs-Halt, verbundene Tiefentrance und sensitive Berührungen stehen dabei körpertherapeutisch im Vordergrund.

Wir kontaktieren Fötus, Neugeborenes und Baby im erwachsenen Klienten in der Qualität der Berührungen, der Gesten, der Stimme, der inneren Haltung schlechthin. Zuwendung, Einstimmung, Gefühlsanklang und eine das Sein des Klienten liebevoll bejahende Einstellung repräsentieren die Grundhaltung des Mütterlichen auf Seiten des Beziehungsangebots durch den Therapeuten.

Wie im realen Leben bedeutet die Dominanz des Mütterlichen in dieser Entwicklungsphase jedoch nicht automatisch die Abwesenheit des väterlichen Prinzips. Im Gegenteil, erst die Präsenz des väterlichen Halts im Energiefeld der Mutter entfaltet ihre Ressourcen der Hingabe an das wachsende Leben. Diese Präsenz ermöglicht es ihr, ihrem Baby den Seins-Halt zu geben, der Wachstum in liebevoller Bindung ermöglicht.

Analog bildet die Präsenz des väterlichen Halts den Rahmen der seinsorientierten Körpertherapie, in dem der Raum für die regressive Hingabe an diese frühkindlichen Gefühle und ihr Rebonding geschaffen wird. Dieser Rahmen wird durch klare zeitliche und organisatorische Strukturen und Regeln abgebildet. Auch eine unterstützende Supervision kann als wichtiges Element des väterlichen Prinzips für die Arbeit mit den regressiven Themen der frühen und frühestens Kindheit herangezogen werden.


Umgekehrt schließt in jenen Phasen, in denen die Elemente des Väterlichen dominieren, z. B. in der genitalen Phase, der mütterliche Halt im Hintergrund den Kreis zur Transformation. Denn dieser ermöglicht es, dass die Themen dieser Entwicklungsphase nicht auf der Machtebene, sondern auf derjenigen des liebevollen Bindungs-Halts zum Vater gelöst werden.

Entsprechend bilden die Elemente des Mütterlichen ein effizientes Korrektiv in all jenen Phasen des Transformationsprozesses, in denen in konfrontativer Weise am narzisstischen Ego des Klienten gearbeitet wird. Die tragende Bindungsliebe des mütterlichen Prinzips bildet hier eine notwendige Voraussetzung, damit das narzisstische Ego nicht in Widerständen stecken bleibt, sondern sukzessive seine Rigidität verliert und sich der Wahrheit und der Liebe des Herzens öffnen kann.

Überhaupt lässt sich allgemein festhalten, dass, gehen wir in die Tiefe der Seele, wir stets zum Licht und zur Liebe finden, gleichgültig, von wo aus unsere Wanderung beginnt. So werden wir auf der tiefsten Ebene des väterlichen Halts zur Bindungsliebe gelangen und auf der tiefsten Ebene des mütterlichen Halts zur tiefsten Akzeptanz der Autonomie des Kindes.

Auf jener tieferen Ebene des Mütterlichen und des väterlichen Halts begegnen wir immer nur dem einen: der Wahrheit und Wahrhaftigkeit von Liebe.

(Fortsetzung folgt)

Mittwoch, 22. März 2017

SEINSORIENTIERTE KÖRPERTHERAPIE (158): Mütterliche und väterliche Elemente in der Körpertherapie


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Werfen wir einen Blick auf den Gesamtprozess der Transformation der seinsorientierten Körpertherapie. Hier wird sichtbar, dass frühkindliche und kindliche Bedürfnisse reaktualisiert und auf einer energetischen und symbolischen Ebene realisiert werden. Diese Bedürfnisse betreffen den mütterlichen und väterlichen Bindungs-Halt, und zwar als eine empirische, energetische und symbolische Erfahrung und deren kognitive Integration.

Der körpertherapeutische Ansatz ermöglicht, Halt und haltende Berührung als wahrhaftige Erfahrungen zu integrieren, die symbolische Dimension erschließt sich durch die Übertragungs- und Bindungsprozesse und deren Auflösung in der Endphase des Prozesses.

Entsprechend bilden die symbolischen und energetischen Erfahrungen des mütterlichen und des väterlichen Halts nicht nur den Rahmen dieses Prozesses, sondern auch den Inhalt, d. h. das Spektrum typischer Interventions- und Erfahrungsangebote.

Traditionell arbeiten Körpertherapien schon seit jeher mit mütterlichen und väterlichen Elementen. All jene rezeptiven, einfühlenden, sensitiven und intuitiven Berührungen, die in den unterschiedlichen Körpertherapietraditionen verwendet werden, lassen sich dem Spektrum der mütterlichen Elemente zuordnen. Katalytische, invasive, den Körperpanzer direkt attackierende, intentional-technische Berührungen ordne ich dem Spektrum der väterlichen Elemente zu.

Je nach Körpertherapie-Schule finden sich Unterschiede, die dem Geschlecht, der Persönlichkeit und Persönlichkeitsstruktur der Gründer geschuldet sind. Auffällig ist, dass in der Generation der Gründer Frauen eher unterrepräsentiert waren und gerade in der Traditionslinie Reichs eine geringe Rolle spielten.

Die Dominanz der Männer war eklatant. Ausnahmen bildeten Nic Waal und Gerda Boyesen aus Norwegen und Reichs Tochter Eva. Wo man auch hinschaute, die exponierten Schulen in der Körpertherapie wurden von Männern gegründet und geleitet.

Daraus ließe sich die Hypothese ableiten, dass die mütterlichen Elemente in den Körpertherapie-Schulen der ersten Generation eher unterrepräsentiert waren. Andererseits fällt auf, dass bis heute überwiegend Frauen sich von den körpertherapeutischen Ansätzen angezogen fühlen, wirft man einen Blick in die Ausbildungsgruppen und Praxen. Ich möchte das hier nicht vertiefen, das sollte an anderer Stelle geschehen. Ich deute diese widersprüchlichen Tendenzen zunächst als Ausdruck einer gewissen Verwirrung und Unbewusstheit gegenüber den eigenen Wirkkräften von mütterlichen und väterlichen Haltungen und Interventionen.

Um so wertvoller dürfte es sein, diesen nicht nur mit Klarheit zu begegnen, sondern diese auch mit Achtsamkeit und Bewusstheit im Transformationsprozess einzusetzen.

(Fortsetzung folgt)

Samstag, 18. März 2017

SEINSORIENTIERTE KÖRPERTHERAPIE (157): Der Faktor Zeit in der Berührung

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Neben der Dualität von Halt und Information spielt der Zeitfaktor eine wesentliche Rolle. Genügend Zeit zu haben ist in unserer Kultur eine seltene, aber umso heilsamere Voraussetzung, um sich neuen Erfahrungen, insbesondere auf der Seinsebene, zu öffnen. Der Weg aus der kulturellen Arrhythmie des Dauer-Gehetztseins zur organismischen Wahrheit eines natürlichen biologischen Rhythmus bedarf des Einfallstors der Zeitlosigkeit.

Das bedeutet, übertragen auf das körpertherapeutische Setting, dass es durchaus angebracht sein kann, eine Berührung über 30 Minuten und länger an einer bestimmten Stelle aufrecht zu erhalten, um die Desorganisation des »versteinerten Selbst-Halts« zu ermöglichen. Ein Körperkontakt, der über derartig lange Zeitspanne bestehen »bleibt«, vermittelt eine völlig andere Botschaft als eine kurze Berührung, die gleich in die nächste übergeht. Eine »bleibende« Berührung erreicht und kontaktiert innere Seinsgefühle und Seinszustände bedeutend leichter als dies bei anderen Arten von Verbindung der Fall ist.

Ein solches »Da-Bleiben« und »Da-sein« kontaktiert das Dasein als solches. Es vermittelt jenen Halt des Seins, der im Gehaltensein mündet.

Desorganisierung des »versteinerten Selbst-Halts« in unterschiedlichen Körpersegmenten bildet die Voraussetzung für eine Reorganisierung der Energieströme im Körper auf der feinstofflichen Ebene, die sich aus den revitalisierten Herzcode-Informationen speist. Diese Resultate sind zwar nur indirekt erfahrbar, aber deutlich. Typisch ist ein grundlegend verändertes Selbst- und Körpergefühl, das im Anschluss an die Tiefentrance spürbar wird.

Diese Reorganisierung des feinstofflichen Energiesystems stellt sich also als ein Zusammenspiel von Halt- und Bindungserfahrungen mit dem Austausch von Herzcode-Informationen dar. Wie wir gezeigt haben, ermöglicht die seinsorientierte Halterfahrung dem Organismus, das eigene Haltesystem (den »versteinerten Selbsthalt«, die muskuläre und energetische «Panzerung«) sukzessive loszulassen. Das Zellgedächtnis des Organismus enthält offenbar genaue Vorstellungsinhalte darüber, wie sich Halt anfühlen sollte.

Deshalb ist es in der Anwendung seinsorientierten Körpertherapie von großer Bedeutung, diese innere Vorstellung des »richtigen« Halts, der »richtigen« Berührung im Klienten abzurufen. Das geschieht durch genaues Nachfragen und durch das »Try-and-error«-Prinzip. Es kann durchaus sein, dass diese Abfrage eine längere Zeit beansprucht, gerade dann, wenn der Klient über keine Erfahrungen auf dem körpertherapeutischen Gebiet verfügt.

Subjektiv geht dieser Prozess einher mit der allmählich wachsenden Erfahrung innerer Ruhe und innerer Versöhnung. Das Schließen dieses Kreises auf zellulärer Ebene führt auf diesem Hintergrund zu Verlebendigung und Erleichterung.

Diese Erfahrung des Seins-Halts ermöglichen es Leib und Seele, neue Positionen im und Perspektiven zum Leben zu entwickeln.

(Fortsetzung folgt)